Ein Konzert für Engel

   Volker Bengl gastiert mit seiner Schwester in Buer

Von Conny Rutsch

Buer. Gewünschte Lieder von den Zuhörern: so ein Konzertkonzept gab es im Reigen der Bueraner

Martinimusikkonzerte noch nie. Der Operntenor Volker Bengl machte es möglich und sang, gemeinsam mit seiner Schwester Ulrike Machill, Lieder und Arien, die im Vorfeld des Konzertes von den Zuhörern aus einem großen Repertoire gewählt werden durften.

                        

 Große Sängerkunst präsentierten Ulrike Machill, Volker Bengl (rechts), begleitet von Frank Oidtmann am Klavier     

                                                                                                                                                      Foto: Conny Rutsch

Am Abend des Volkstrauertages entstand auf diese Weise ein Programm mit Lieblingsmusik von und für verstorbene Angehörige oder Freunde, „Engel“, wie sie Volker Bengl in seinen Moderationen immer wieder nannte.

Der musikalische Bogen war demzufolge riesengroß. Mit den großen Hymnen „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder „Die Himmel rühmen die Ehre Gottes“ begann der berühmte Tenor Volker Bengl, der Gesang bei Rudolf Schock und Erika Köth studierte, das Konzert anrührend und festlich.

Strahlende Sopranstimme

Als Gast hatte er seine Schwester Ulrike Machill mitgebracht, ebenfalls eine Opersängerin mit hell-strahlendem und völlig anstrengungslos gestaltender Sopranstimme. „O mio babbino cara“, die berühmteste Arie der Oper „Gianni Schicci“ interpretierte sie wunderbar leichtstimmig als Einstieg in den Konzertabend. Mit „In mir klingt ein Lied“ nach der Musik von Frederic Chopin zeigten beide Sänger ihre herausragenden Stimmqualitäten im Duett.

 

Und so ging es quer durch die Musikgeschichte sehr zur Freude der 150 Zuhörer. Mehrmals gewünscht etwa war „Sierra Madre“ aus der Gattung der volkstümlichen Schlager oder auch Volksliedgut wie „O Täler weit, o Höhen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy oder „Im schönsten Wiesengrunde“, das Volker Bengl völlig unopernhaft, sondern zurückhaltend und geradezu bescheiden vortrug. Das gleiche gilt für seine Schwester, die die mitunter überstrapazierte Siegfried-Fietz-Version des Bonhoffer-Liedes „Von guten Mächten“ wie ein Volkslied anlegte und dessen Text damit in den Vordergrund rückte.

Weihnachtlicher Konzerttermin

Die schönsten und bekanntesten Melodien hatte das Publikum zusammengestellt. So folgte auf das Wolgalied das Volkslied „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ oder die Loewe-Ballade „Die Uhr“, von Ulrike Machill das „Ave Maria“ von Bach-Gounod, und – sehr besonders – der Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck. Besonders deswegen, weil dieses Lied in der Oper von den Märchengeschwistern gesungen wird, und an diesem Abend in Buer seltenerweise ebenfalls von einem Geschwisterpaar, und das herzwärmend und seelenvoll.

Zum guten Schluss überreichten einige Zuschauerinnen den Künstlern Blumen, und dann folgten die Zugaben mit noch einem weiteren Crossover: „Time to say goodbye“ und „Guten Abend, gute Nacht“ markierten noch einmal die Spannweite der musikalischen Genres, mit denen die beiden hochkarätigen und doch völlig unprätentiösen Opernprofis den Wunschabend für Verstorbene gestalteten, live und ohne jegliche Verstärkung - wie schön, und begleitet am Klavier von Frank Oidtmann. Zur Freude der Fans vereinbarte Volker Bengl ganz spontan einen weihnachtlichen Konzerttermin mit Martinimusikveranstalter Matthias Breitenkamp für den 27. Dezember 2019, dann an dem riesigen Weihnachtsbaum in der Bueraner Kirche.

                                                                                                        Quelle: Conny Rutsch und Meller Kreisblatt

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