Anrührender Liederabend in der Schlosskapelle             

                                             26.05.19 in Bückeburg                                                     

BÜCKEBURG. „Die Welt hat sich verändert“, sagt Volker Bengl. Er freut sich nicht, wenn es überall früher blüht in Europa, nicht erst im viel besungenen Wonnemonat Mai. Umso mehr ist der bekannte Tenor bestrebt, mit seinen Liedern ein harmonisches Lebensgefühl zu verbreiten, nicht als Blendwerk, sondern als Balsam für die Seele. Der Applaus zeigt, dass er damit an diesem Abend in der ausverkauften Schlosskapelle vielen einen Herzenswunsch erfüllt.

                    

Ein „Ave Maria“ wird andächtig dargeboten. Das Gotteshaus ist für Bengl keine Konzerthalle. Eine kleine Liebeserklärung ist zu vernehmen: „Es gibt eine Frau, die dir alles verzeiht.“ Von Müttern ist die Rede. Im Auditorium sind die Frauen deutlich in der Mehrheit. „Mutterhände“ lassen an Fleiß denken, an Fürsorge und Vertrauen. Bengl singt, als öffne er selbst hier sein Herz mit all den geschwungenen Versen: Ein Profi in jeder Pose, ein Charmeur selbst in der Pause, wenn es um Rudolf Schock geht und gemeinsame Idole.

 Ein kleines Kompliment erheitert das Auditorium: „Welcher Ort wäre geeigneter für eine Premiere als Bückeburg?“ Als Alternativen waren Hamburg und Berlin kurz erwähnt und natürlich verworfen worden. In der Tat herrschte eine recht vertrauliche Stimmung, als Volker Bengl und Manfred Neumann, sein temperamentvoller Begleiter am Klavier, die Kapelle betraten. Da lässt sich gut etwas Neues wagen.

 Selbst der heiklen Lage in der Operettenstadt Wien gilt eine von Bengls Bemerkungen. Der Name Strache fällt nicht. Was da geschehen sei, reize nicht gerade zum Lachen. Doch der „Frühling in Wien“ mit dem Zauber des Jasmins verliert nicht an Kraft, nur weil Menschen irrewerden an Verlockung, Macht und Verleitung. Ein „Schloss am Waldesrand“ im sonnigen Süden wird besungen, im Lichtschein vergoldet wie die Kapelle. Die überaus beglückt wirkenden Zuhörer geizten nicht mit Beifall und Zuspruch. Ein paar Tränen sind auch geflossen. 

Autor: Volkmar Heuer-Strathmann                                Quelle: Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung 

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